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ernährung28. September 2015  -  "Die Wegwerfkuh"

Autorenlesung mit Tanja Busse in Hechingen

„Die Wegwerfkuh“ lautete der provokante Titel einer Lesung mit Diskussion in der Buchhandlung Teresa Welte am Montagabend. Tanja Busse, Autorin des gleichnamigen Sachbuchs, diskutierte auf Initiative des Bündnis 90/ DIE GRÜNEN, Zollernalb und dem Verein Regionalgenial Zollernalb e.V. anschließend mit den rund 40 Zuhörern. Auch Kerstin Lamparter, Grüne Landtagskandidatin und Sprecherin der Landesarbeitsgemeinschaft Ländlicher Raum stellte sich den Fragen des Publikums. Moderiert wurde die Veranstaltung von Almut Petersen.

Almut Tanja Busse Kerstin Lamparter Lesung Wegwerfkuh2„Die Wegwerfkuh“ ist ein Buch, das betroffen macht, zu Herzen geht und gleichzeitig spannend geschrieben ist. Es hinterfragt eine Agrarindustrie, die natürliche Ressourcen nicht nur schonungslos ausbeutet sondern sie künstlich aufbläht und damit vernichtet. Tanja Busse, selbst auf einem Bauernhof aufgewachsen, ist eine gefragte Expertin zu diesem Thema. Sie weiß um die Zwänge der Landwirte, die sich einer Lebensmittelindustrie gegenübersehen, die die Preise und Abnahmebedingungen für die gelieferten Produkte diktiert. Ihr Buch schildert schonungslos, wie Tiere auf Höchstleistungen getrimmt werden und sich deren Lebenszeiten dadurch immer weiter verkürzen. Diese Turbo-Landwirtschaft gipfelt schließlich in der Produktion von Tieren, die bereits direkt nach ihrer Geburt wertlos oder für den Landwirt sogar zu kostspielig sind, wie männliche Küken oder Kälber. „Das deutsche Tierschutzgesetzt verbietet, Tiere ohne vernünftigen Grund zu töten. Aber es verbietet nicht, sie ohne vernünftigen Grund zu erzeugen“, so Tanja Busse.

Almut Tanja Busse Kerstin Lamparter Lesung Wegwerfkuh

Genau hier setzt ihre Kritik an. Intensivlandwirtschaft reiht sich heute ein in die Wegwerfmentalität unserer Gesellschaft. Doch der langfristig angerichtete Schaden wird in die Kalkulation dieser überhitzten Produktion nicht mit eingerechnet. Die moderne Landwirtschaft verschwendet mit Kunstdünger, hochgezüchteten Tiere und globalen Warenströmen Ressourcen oder macht sie unbrauchbar. Neben ethischen Gesichtspunkten ist dies tatsächlich unbezahlbar.
Das sah auch das Publikum so und stellte die Frage nach politischen Lösungen. Schnell wurde in der Diskussion deutlich, dass die Alternative durchaus vor der Haustür liegen kann. In der direkten Verbindung zwischen Erzeuger und Verbraucher, in regional vernetzten Strukturen, die Vertrauen und Vertrautheit bieten. Dass dies zukunftsfähig ist, wird bereits bewiesen. Kerstin Lamparter berichtete von Erfahrungen im Biospährengebiet Schwäbische Alb, das genau in diese Richtung weist. Lokale Vernetzung, wie sie z.B. durch den Verein Regionalgenial e.V. angestrebt und ermöglicht wird, ist ein weiterer Baustein zur Nachhaltigkeit. Die regionalen Streuobstwiesen seien jedenfalls ein wahrer Schatz, den es zu bewahren gelte, so Tanja Busse, die aus Hamburg angereist war. Auch mit dieser Aussage hatte sie das Publikum ganz auf ihrer Seite, das in der Buchhandlung Welte bei Bewirtung noch lange mit den Referentinnen diskutierte.

Text und Fotos: Sandra Stopper

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